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Aus einem Gespräch mit einem Schweißtechniker der Technolit® GmbH in Großenlüder …

Ja, wo soll ich anfangen … mir als endgradig interessiertem Autobastler hat das Gespräch mit dem Schweißfachmann viele Einblicke gebracht. Na klar — ich wollte ursprünglich etwas übers Karosserieschweißen erfahren. Nach dem Einstieg habe ich dann aber vor allem etwas über das so genannte WIG-Schweißen erfahren — das Spezialgebiet meines Gesprächspartners, der im Haus Technolit® im Bereich der Schweißtechnik tätig ist. Gleich zu Beginn blieb mein Blick an einem Technolit®-Firmenlogo hängen, das aus Messing-Schweißzusatzwerkstoff auf ein Stück Stahl aufgeschweißt worden war. Da hatte ich etwas angefangen … ratzfatz kamen wir zum WIG-Schweißen und die anderen Verfahren wurden nur noch am Rande erwähnt.

Aber … von vorn! Zu Beginn sortierte er für mich die Verfahren: Autogenschweißen mit offener Flamme und den Gasen Sauerstoff und Acetylen, dann die MSG-(Metall-Schutzgas-)Schweißverfahren MIG-(Metall-Inertgas-) und MAG-(Metall-Aktivgas-)Schweißen, bei denen mit Gleichstrom gearbeitet wird. Bei MAG erwähnte er noch die höhere Temperatur durch die Gase (z.B. CO2 oder Helium). Und das Elektroden-Handschweißen, das auch mit Gleichstrom erfolgt. Schon waren wir beim WIG-(Wolfram-Inertgas-)Schweißen. Mein Gesprächspartner bezeichnete das WIG-Schweißen als das sauberste Schweißverfahren – wenig Spritzer, schöne Nähte. Alu und Magnesium werden bei diesem Verfahren mit Wechselstrom (AC = alternating current) verschweißt. Stahl, Edelstahl, Kupfer oder Messing dagegen werden mit Gleichstrom verschweißt (DC = direct current). Jedenfalls wird mit einem Lichtbogen geschweißt, der an einer nicht abschmelzenden Elektrode entsteht. Die Elektrode muss aus Wolfram sein, damit ihre Schmelztemperatur höher liegt als die Lichtbogentemperatur … und diese liegt bei Pluspolung bei 4200 °C und bei Minuspolung immer noch bei 3700 °C (für niedrig- bis mittellegierte Elektroden). Zumeist – also normalerweise – wird auf minus gepolt geschweißt. Ach so: der Anschliff der Elektrode unterscheidet sich auch — es gibt den spitzen Anschliff für das Gleichstromschweißen und den Anschliff mit leichter Fase für das Schweißen mit Wechselstrom, bei dem die Elektrode an der Spitze durch die höhere Temperatur von selbst leicht ballig wird.

Das Neueste in der Entwicklung sind spezielle Punktschweißgeräte für den KFZ-Bereich – extra für hochfeste Bleche – da werden keine Löcher mehr benötigt, sondern ein Punkt so stark erhitzt, dass an dieser Stelle die beiden Bleche vollständig miteinander verschmelzen. Genial … jedenfalls für mich, der gewohnt ist, noch ganz lieb vorgebohrte Löcher im Blech mit Schweißdraht aufzufüllen.

Fürs Schweißen allgemein und speziell fürs WIG-Schweißen werden so genannte Inverter eingesetzt. Das sind Schweißgeräte mit einer Menge Elektronik, die deshalb aber auch nur einen kleinen, leichten Trafo benötigen. So ein Inverter wiegt nur einen Bruchteil dessen, was ein Trafo-Schweißgerät auf die Waage bringt. Ganz allgemein reicht es aus, wenn Schweißgeräte DC-fähig sind — die DC-AC-Variante ist aufgrund der erweiterten Technik meist doppelt so teuer. Wer nur Stahl schweißt, kann auf die AC-Option verzichten. Die meisten WIG-Schweißgeräte verfügen über intelligente Zusatzausstattungen, z.B. eine Hochfrequenz-Zündung. Grundsätzlich sind sie natürlich auch für einfaches Elektroden-Schweißen einsetzbar.

Klar, dass ich noch nach Beispielen fragte … also Edelstahl-Behälterbau, Rohrleitungsbau … gehören genauso zu den Aufgaben, die am besten mit dem WIG-Schweißverfahren zu lösen sind wie das Schweißen von Sichtnähten an Fahrradrahmen. Als mir mein Technolit®-Gesprächspartner dann noch zeigte, wie man aus der Hand eine saubere, gerade und gleichmäßige Naht schweißen kann, war ich von der Kompetenz und handwerklichen Fertigkeit ziemlich beeindruckt. WIG-Schweißer sind echte Könner!